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Ständerbohrmaschine kaufen: Ausladung, Leistung, Drehzahl

Welche Werte im Datenblatt einer Ständerbohrmaschine die Kaufentscheidung wirklich treffen: Ausladung, Motorleistung, Drehzahlbereich, Pinolenhub und Bohrfutter. Und wann eine Tischmaschine reicht und wann eine Standmaschine nötig ist.

Ständerbohrmaschine kaufen: Ausladung, Leistung, Drehzahl

Eine Ständerbohrmaschine wirkt simpel, und genau deshalb kauft man oft die falsche. Im Datenblatt zählen fünf Werte. Der Rest ist Lack.

Ausladung: die Größe im Namen

Die Zollangabe im Namen der meisten Modelle (8, 12, 17, 20 Zoll) ist die Ausladung: etwa der doppelte Abstand zwischen Bohrfutter und Säule. Sie sagt dir, wie breit ein Werkstück sein darf, das du in der Mitte bohrst. Für Regalbretter, Kisten und kleine Metallteile reichen 8 bis 12 Zoll. Für breite Platten und große Bleche brauchst du 17 Zoll oder mehr.

Die WEN 4208T ist die kleine Variante: 8 Zoll, 14 kg, 276 W, Preisband 80 bis 130 Euro. Die Grizzly G7947 hat 17 Zoll und wiegt 86 kg. Gleiche Maschinenfamilie, ganz andere Aufgaben.

Motorleistung: was die Watt aussagen

Die Leistung entscheidet, wie große Löcher du in Metall bohren kannst, ohne dass die Maschine stehen bleibt oder der Bohrer verbrennt. In unserem Katalog findest du diese Motoren:

  • 276 W bei der WEN 4208T und 300 W bei der Proxxon TBH: leichte Arbeiten, Holz und dünnes Metall, kleine Bohrer.
  • 600 W bei der WEN 4214T: ein vernünftiger Motor für die Hobbywerkstatt.
  • 750 W bei der Optimum D 23 Pro V und der Grizzly G7947: gut genug für Stahl mit größeren Bohrern.
  • 850 W bei der Optimum B 28H und 1.500 W bei der Jet JDP-20S: Produktionsniveau.

Wer große Löcher in Stahl bohren will, sollte nicht unter 700 W kaufen und langsam arbeiten. Die Watt sind aber nicht alles: Eine Getriebemaschine bringt ihr Drehmoment bei niedriger Drehzahl besser auf die Spindel als eine Riemenmaschine mit demselben Motor.

Drehzahlbereich: der Wert, den viele überspringen

Holz will hohe Drehzahlen, Metall niedrige, große Löcher noch niedrigere. Die Regel ist einfach: je größer der Bohrer und je härter das Material, desto niedriger die Spindeldrehzahl. Schau also, wie viele Stufen die Maschine hat und wie tief sie herunterkommt, nicht nur auf den Höchstwert.

Die Drehzahl lässt sich auf zwei Arten ändern. Bei Riemenmaschinen legst du den Riemen auf eine andere Stufe: günstig und zuverlässig, aber umständlich. Bei Maschinen mit stufenloser Drehzahl drehst du bei laufendem Motor an einem Rad oder einer Kurbel. Die WEN 4214T und die Optimum D 23 Pro V (das „V“ und „Vario“ im Namen) sind stufenlos. Wer mehrmals am Tag zwischen Holz und Metall wechselt, spart sich mit stufenloser Regelung viel Geduld. Wer die ganze Woche dasselbe Material bohrt, kommt mit Riemen gut aus.

Pinolenhub: wie tief du in einem Zug bohren kannst

Der Pinolenhub (der Weg der Spindel) begrenzt die Bohrtiefe in einem Durchgang. In unseren Datenblättern steht er als dritte Arbeitsmaß: 50,8 mm bei der WEN 4208T, 63 mm bei der Proxxon TBH, 79,4 mm bei der WEN 4214T, 85 mm bei der Optimum DQ 24, 105 mm bei der Optimum B 28H und 152,4 mm bei der Jet JDP-20S. Tiefer geht es durch Umspannen, aber ein langer Hub spart bei dickem Material Zeit.

Bohrfutter: was es hält und wie rund es läuft

Prüfe zwei Dinge: die maximale Spannweite des Futters und wie es auf der Spindel sitzt (meist auf einem Kegel). Mehr Spannweite heißt größere Bohrer; ein Kegelsitz erlaubt, das Futter gegen anderes Werkzeug zu tauschen. Ein billiges Futter mit Rundlauffehler ruiniert die Genauigkeit zu jedem Preis, deshalb ist ein austauschbares Futter mehr wert als ein bisschen mehr Motorleistung. Die Spannweite des Futters führen wir nicht für jedes Modell auf: Schau vor dem Kauf auf die Herstellerseite, die in jedem Datenblatt verlinkt ist.

Tischgerät oder Standgerät

Tischgerät ist die richtige Antwort, wenn du Holz, Kunststoff und dünnes Metall bohrst, eine Werkbank hast und die Maschine bewegen willst. Die WEN 4208T und die Proxxon TBH wiegen 14 und 10 kg und passen auf ein Regal; die WEN 4214T ist mit 38,55 kg schwerer, bleibt aber ein Tischgerät. Die Optimum D 23 Pro V mit 58 kg und 1.149 Euro Listenpreis ist ein Tischgerät mit ernsthaften Metallbau-Ambitionen.

Standgerät ist für lange Werkstücke, hohe Teile, größere Bohrer und intensiven Einsatz. Eine Standmaschine hat eine hohe Säule und Platz unter dem Kopf: die Optimum DQ 24 (67,5 kg, 549 Euro Listenpreis), die Grizzly G7947 (86 kg, Preisband 750 bis 950 Euro) und ganz oben die Optimum B 28H (142 kg, 3.100 Euro) und die Jet JDP-20S (127,9 kg, 2.100 bis 2.500 Euro). Masse dämpft außerdem Schwingungen, und das sieht man an der Qualität der Bohrung.

Welche für welche Arbeit

  • Modellbau, Elektronik, kleine Holzarbeiten: WEN 4208T oder Proxxon TBH.
  • Hobbywerkstatt mit Holz und etwas Stahl: WEN 4214T oder Optimum D 23 Pro V.
  • Große Platten, lange Werkstücke, regelmäßige Metallarbeit: Optimum DQ 24 oder Grizzly G7947.
  • Täglicher Einsatz in einer kleinen Werkstatt: Optimum B 28H oder Jet JDP-20S.

Lies das Datenblatt vor dem Kauf in dieser Reihenfolge: Ausladung, Motorleistung, niedrigste Drehzahl, Pinolenhub, Bohrfutter. Die Produktseiten enthalten die vollständigen Daten und das Preisband.

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