Materialien

Duroplaste und Harze

Anders als Thermoplaste erweichen Harze und Duroplaste nicht durch Wärme: einmal ausgehärtet, bleiben sie es. Sie werden gegossen, durch Photopolymerisation gedruckt und in Formen gegossen, aber selten wie eine Platte geschnitten oder gefräst.

So liest du die Tabelle

3D-Druck — „Ja“ bedeutet Harzdruck (SLA/DLP), nicht FDM: Duroplaste werden nicht heiß extrudiert. Laser — in der Regel „Nein“ bei Verbundstoffen und dicken Harzen. CNC — möglich bei ausgehärteten Verbundstoffen, aber mit verpflichtender Absaugung für Faserstäube. Über die ganze Familie wiegt die Sicherheit (flüssige Harze, Stäube, Lösemittel) schwerer als die technische Machbarkeit.

Epoxidharze

Zweikomponentenharze für Guss, Strukturverklebung und Beschichtungen. Sie werden in Formen gegossen oder als Klebstoff verwendet, nicht aus einer Platte geschnitten. Im flüssigen Zustand sind sie reizend: Handschuhe und Belüftung bis zur vollständigen Aushärtung.

Material Laser CNC 3D-Druck Lebensmittelecht
Epoxid-Gießharz (niedrige Viskosität) Nein Ja Nein Nein
Epoxid-Laminierharz Nein Mit Einschränkungen Nein Nein
Strukturelles Epoxidharz (Klebstoff) Nein Nein Nein Nein
UV-Epoxidharz Nein Mit Einschränkungen Ja Nein

Polyurethanharze

Schnelle Gießharze, oft für Reproduktionen und Prototypen aus Silikonformen. Manche Systeme enthalten Isocyanate: Belüftung und Atemschutz sind beim Gießen notwendig.

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Fotopolymerharze (3D-Druck)

Harze für den SLA/DLP/MSLA-3D-Druck. Flüssig und nicht ausgehärtet reizen sie Haut und Atemwege: Nitrilhandschuhe, Belüftung, Waschen in Isopropylalkohol und finale UV-Härtung. Sie liefern hohe Detailtreue, im Gegenzug für einen sorgfältigeren Arbeitsablauf.

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Silikone

Zweikomponenten-Elastomere, vor allem zur Herstellung flexibler Formen, aus denen Harze gegossen werden. Sie werden gegossen, nicht geschnitten oder gefräst. Es gibt lebensmittelechte und technische Silikone: der Verwendungszweck hängt vom spezifischen Produkt ab.

Material Laser CNC 3D-Druck Lebensmittelecht
Zweikomponenten-RTV-Silikon Nein Nein Nein Nein
Formensilikon (Additionsvernetzung) Nein Nein Nein Nur veredelt
Formensilikon (Kondensationsvernetzung) Nein Nein Nein Nein

Duroplast-Verbundwerkstoffe

Ausgehärtete Kohle- und Glasfaser in Epoxidmatrix. Sie lassen sich fräsen, erzeugen aber Faserstäube, die gefährlich einzuatmen sind: Absaugung und Maske verpflichtend. Am Laser schneiden sie nicht sauber (die Matrix verbrennt, die Fasern nicht).

Material Laser CNC 3D-Druck Lebensmittelecht
Corian und Mineralwerkstoffe Mit Einschränkungen Ja Nein Ja
Kohlefaser + Epoxid (CFK) Mit Einschränkungen Ja Nein Nein
Glasfaser + Epoxid (GFK) Mit Einschränkungen Ja Nein Nein
FR4 (Glasfaser-Epoxid-Laminat) Mit Einschränkungen Ja Nein Nein

Duroplaste und Harze bearbeiten: das solltest du wissen

Die Logik dieser Familie ist „gießen und aushärten“, nicht „aus einer Platte schneiden“. Epoxid- und Polyurethanharze werden in Formen gegossen oder als Strukturklebstoffe verwendet; Silikone dienen vor allem dazu, die Formen selbst herzustellen.

Photopolymer-Harze verdienen das aufmerksamste Kapitel, denn sie sind die Grundlage des Harz-3D-Drucks (SLA, DLP, MSLA). Nicht ausgehärtetes flüssiges Harz reizt Haut und Atemwege: man arbeitet mit Nitrilhandschuhen, in belüfteter Umgebung, und vermeidet direkten Kontakt; die Teile werden gewaschen (meist in Isopropylalkohol) und dann unter UV-Licht ausgehärtet. Es ist kein feindliches Material, aber eines, das Disziplin verlangt.

Ausgehärtete duroplastische Verbundstoffe wie Kohle- oder Glasfaser in Epoxidmatrix lassen sich fräsen, erzeugen aber gefährliche Stäube: die lungengängigen Fasern erfordern Absaugung und eine geeignete Maske. Am Laser lassen sie sich in der Regel nicht sauber schneiden (die Matrix verbrennt, die Fasern nicht).

Kurz: hier bedeutet 3D-Druck Harz (nicht FDM, weil das Material nicht heiß extrudiert wird), Laserschneiden ist fast immer ausgeschlossen, und Fräsen ist möglich, aber dem Staubmanagement untergeordnet.